Schwere Ranzen



Immer wieder kommen Klagen von Eltern auf, dass die Schüler durch eine Vielzahl von Büchern und Heften zu schwere Ranzen tragen müssen. Dieses Problem taucht in jedem Schuljahr von neuem auf.

Als Lösung dafür bieten viele Fachlehrer den Schülern die Möglichkeit, Bücher im Wechsel mit dem Tischnachbarn mitzubringen. Hierzu ist aber dringend eine individuelle Absprache zwischen Lehrern und Schülern nötig.



Schwere Schultasche - Wie kann man Kinder entlasten?

Quelle: WDR 5, Leonardo, Sendung vom 01-02-07

Bücher, Hefte, Mappen, Sportsachen, Pausenbrot und ein Getränk - Schüler sehen oft aus wie Packesel. Vor allem in den ersten Klassen der weiterführenden Schulen steht das in argem Missverhältnis zu ihrer Größe und ihren Körperkräften. Wie man es den Kindern leichter machen könnte, ist an vielen Schulen ein Dauerthema für Lehrer und Eltern.

Was Schüler tun können

In einer Klasse muss nicht unbedingt jeder immer alle Bücher dabei haben. Manche Kinder besprechen mit ihrem Sitzpartner, wer wann welches Buch mit zur Schule bringt. Hat einer das Englisch- und Erdkundebuch dabei hat, darf er dafür das Mathe- und Deutschbuch zu Hause lassen und beim Nachbarn hinein gucken. Außerdem sollten Schüler ihre Tasche jeden Tag ausmisten und nur das einpacken, was sie am folgenden Tag tatsächlich brauchen. Sie können zum Beispiel die Blätter von einer bereits abgeschlossenen Unterrichtseinheit aus ihren Mappen herausnehmen und zu Hause in einem Ordner aufbewahren.

Was Eltern und Lehrer tun können

Manche Klassen schaffen einen großen abschließbaren Schrank an, in dem alle Schüler die Bücher aufbewahren können, die sie gerade nicht zu Hause brauchen. Der Klassensprecher sorgt dafür, dass alles sicher verstaut ist und bewahrt den Schrankschlüssel auf. Einige Klassen besorgen für die Schüler sogenannte Eigentumskisten, Holzkisten mit Schloss. Die Eltern müssen dafür knapp vierzig Euro bezahlen. Die Kisten lassen sich zum Beispiel an einer freien Wand im Unterrichtsraum aufstapeln. Lehrer könnten Kinder unter Umständen auch darauf hinweisen, dass ein Buch in der nächsten Fachstunde ausnahmsweise nicht gebraucht wird und zu Hause bleiben kann.

Der richtige Schulranzen

Auf dem Weg zur Schule und zurück bleibt trotzdem noch viel zu schleppen. Am besten in einem stabilen Ranzen, auf dem der Name des Herstellers und das Gewicht stehen. Das ist nämlich ein Zeichen dafür, dass er der DIN-Norm für Schulranzen entspricht. Ein leerer Ranzen sollte in den ersten beiden Schuljahren nicht mehr als 1200 Gramm wiegen, später nicht mehr als 1500 Gramm. Und für den gepackten Tornister gilt: Sein Gewicht sollte zehn Prozent des Kindergewichts nicht überschreiten. Die Trageriemen sollten mindestens vier Zentimeter breit sein, damit sie die Last gut verteilen, und der Ranzen sollte nicht über die Schultern des Kindes hinausragen. Übrigens gehört der Tornister immer auf den Rücken. Wer ihn nur lässig über die Schulter wirft, belastet seinen Rücken einseitig. Kinder, die noch im Wachstum sind, können dadurch eine Fehlstellung der Wirbelsäule davontragen.

Bewegung stärkt und hält fit

Wer viel zu schleppen hat, muss belastbar sein. Weil Bewegung die Wirbelsäule stärkt, sollten Kinder in ihrer Freizeit lieber Sport treiben, als nur vor dem Computer oder dem Fernsehen zu hocken.

Weitere Informationen:

Stiftung Warentest




zuletzt aktualisiert am 15.11.2007